Interlaken ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli des Kantons Bern in der Schweiz.
Die Gemeinde bildet einen Verkehrsknoten am Nordrand der Berner Alpen und eine bedeutende Destination und Durchgangsstation für den Reiseverkehr. Sie ist das Zentrum der «Ferienregion Interlaken» und beherbergt selbst in den zahlreichen Hotels und andern Unterkünften jährlich rund 200'000 Gäste.
Geographie
Interlaken liegt im Berner Oberland am Abschnitt der Aare zwischen dem Brienzersee und dem Thunersee. Die Lütschine von Süden und der Lombach von Norden haben mit ihrem Geschiebe das Tal zwischen den beiden Seen aufgefüllt und die weite Ebene an der Aare geschaffen, die «Bödeli» genannt wird. Darauf liegen die Ortschaften Interlaken, Matten, Bönigen und Unterseen. Die Flussstrecke zwischen den Seen ist fast sechs Kilometer lang. Im Mittelalter wurde das Flussbett der Lütschine gegen Osten verlegt, damit das Gewässer in den Brienzersee mündet und die Siedlung Interlaken nicht mehr mit ihrem Geschiebe und Hochwasser bedroht. Diese Baumassnahme gilt als die erste grosse Gewässerkorrektion im Gebiet der Schweiz. Neben der Aare verläuft vom Thunersee her der in den 1890er Jahren gebaute Schifffahrtskanal bis zur Anlegestelle beim Bahnhof Interlaken West. Oberhalb des Kanals befindet sich das 1894 errichtete Wasserkraftwerk Interlaken, das einen Teil des Höhenunterschieds von sechs Metern zwischen dem Brienzersee und dem Thunersee ausnützt.
Das Gemeindegebiet von Interlaken umfasst einen Teil der Ebene südlich der Aare, das Südufer am Schifffahrtskanal bis zum Thunersee sowie einen Streifen am nördlichen Berghang bis hinauf zum Wannichnubel (1585 m ü. M.). An diesem steilen Südhang befindet sich im «Wanniwald» das Naturschutzgebiet «Bleikiwald», das als wertvoller Halbtrockenrasen im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung aufgeführt ist. Auf dem Grat westlich dieses Berges liegt der mit einer Seilbahn erschlossene Aussichtspunkt Harder Kulm (im Gebiet von Unterseen). Die Heimwehfluh (660 m ü. M.) im Süden (auf dem Gebiet der Gemeinde Matten) ist mit einer Bahn und auf der Strasse zu erreichen. Die Gemeinden Interlaken, Unterseen, Matten, Wilderswil und Bönigen bilden zusammen eine Agglomeration mit etwa 20'000 Einwohnern.
Interlaken gehört historisch zur Kirchgemeinde Gsteig. Diese trägt heute den Namen «reformierte Kirchgemeinde Gsteig-Interlaken» und ist in drei Pfarrkreise aufgeteilt, wobei Interlaken zum Pfarrkreis Interlaken-Matten gehört.
Die Nachbargemeinden Interlakens sind Matten, Unterseen, Ringgenberg und Bönigen.
Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig an den Verbindungen Bern–Grimselpass–Wallis, Bern–Sustenpass–Uri, Bern–Brünigpass–Stadt Luzern und Montreux–Interlaken–Brünig–Luzern. Von Interlaken aus zweigen die Täler von Lauterbrunnen und Grindelwald ab, wodurch Interlaken das Zentrum des östlichen Berner Oberlandes ist.
Bei Interlaken führen 22 Brücken und Stege über die Aare.
Klima
Für die Normalperiode 1991–2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur 9,3 °C, wobei im Januar mit 0,0 °C die kältesten und im Juli mit 18,6 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 89 Frosttage und 17 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 44, während im Schnitt 6 bis 7 Hitzetage zu verzeichnen sind. Die Messstation von MeteoSchweiz liegt auf einer Höhe von 577 m ü. M.